2026-09-14 08:30:00 Automobile

Fahrbericht Skoda Epiq: Na bitte, es geht doch

Carzoom.de
Fotos: Skoda via Autoren-Union Mobilität

Na bitte, es geht doch. Preiswerte Elektromodelle müssen nicht zwangsläufig aus China kommen, auch die Europäer können Stromer in den unteren Preisregionen auf den Markt rollen. Der Skoda Epiq, das bisher kompakteste E-Mobil der Marke, kann als Einstiegsmodell Essence 35 von Oktober an für 25.990 Euro bestellt werden. Zusammen mit dem großen Peaq verdoppelt sich damit die elektrische Modellpalette des Unternehmens.

Der Epiq ist das erste Modell der Marke, das die neue MEB+-Plattform des Volkswagen-Konzern nutzt, die für kompakte Elektrofahrzeuge optimiert wurde. Während die Basisversion vor allem für den Einsatz in der Stadt gedacht ist, erreichen die Varianten mit dem größeren Akku plus Schnellladefunktion eine Reichweite von bis zu 440 Kilometern und sind so auch für größere Reisen geeignet.

Der Epiq ist nicht nur der erste elektrische Skoda mit Frontantrieb, mit dem von den Marketing-Poeten zum „City-SUV-Crossover“ beförderten Modell kommt auch eine neue Designsprache in die Angebotspalette. „Der Epiq ist das erste Serienmodell von Skoda, das die Designsprache Modern Solid vollständig verkörpert“, beschreibt Oliver Stefani, Leiter Skoda Design, die neue Form. Dazu gehören „klare Linien, das schwarze Tech-Deck-Face an der Front und die neue T-förmige Lichtsignatur.“ Die neuen Designelemente werden auch bei den künftigen SUV-Modellen zu sehen sein.

Der Innenraum des 4,17 Meter langen Epiq ist dank des großzügig bemessenen Radstands von 2,60 Metern geräumig. Er wirkt größer als es die Außenabmessungen vermuten lassen, und auch im Fond ist ausreichend Platz für die „Hinterbänkler“. Der Kofferraum mit einem Fassungsvermögen von 475 Litern ist familientauglich, und unter der Fronthaube können das Ladekabel in einem 25 Liter fassenden Frunk untergebracht werden. Die Materialien sind wertig und wie bestens verarbeitet. Und dann gibt es noch eine Premiere: Der Epiq ist der erste Skoda, der ausschließlich tierfreie Materialien einsetzt. So bestehen zum Beispiel die textilen Sitzbezüge ausschließlich aus recycelten Polyesterfasern, was dem Sitzkomfort aber nicht einschränkt. Im Gegenteil, die Sitze erreichen einen sehr guten Seitenhalt, sind komfortabel und langstreckentauglich.

Für die Energieversorgung stehen zwei Akkugrößen zur Wahl. Der kleinere Energiespeicher, der in der Basisversion Epiq 35 eingesetzt wird, leistet 38,5 kWh und nutzt eine Lithium-Eisen-Phosphat-Chemie. Die größere Nickel-Mangan-Kobalt-Batterie hat eine Kapazität von 55 kWh. Bei den Antrieben kann die Kundschaft aus drei Leistungsversionen wählen: Der Epiq 35 kommt mit einem 85 kW (115 PS) starken Motor auf den Markt. Der Epiq 40 (ab 27.900 Euro) nutzt ebenfalls den kleineren Akku, leistet aber 99 kW (135 PS) und kann in 23 Minuten von zehn auf 80 Prozent aufgeladen werden. Beideentwickeln ein maximales Drehmoment von 267 Newtonmetern und kommen mit einer Ladung bis zu 310 Kilometer weit. Das Topmodell Epiq 55 (ab 32.100 Euro) ist mit dem stärkeren Energiespeicher ausgerüstet, der einen 115 kW (211 PS) starken Antrieb mit Strom versorgt. Das maximale Drehmoment ist bei 290 Newtonmetern erreicht, und nach bis zu 440 Kilometern ist der Energievorrat aufgebraucht. Die Höchstgeschwindigkeit ist bei allen Varianten bei 160 km/h erreicht. Der Epiq ist für bidirektionales Laden ausgelegt, so dass zum Beispiel unterwegs E-Bikes mit Energie versorgt werden können.

Der Mensch hinter dem Lenkrad blickt auf eine aufgeräumte Informationszentrale, die durch den zentralen, 13 Zoll messende Bildschirm, ergänzt wird, über den die Navigation und andere Dienste gesteuert werden können. Unterhalb des Monitors spendierten die Skoda-Entwickler dem Nutzer eine Tastenleiste für die „Dinge des automobilen Alltags“. Einmal in Fahrt zeugt sich der Epiq von seiner problemlosen Seite. Dank des günstigen cw-Werts von 0,275 gehört der kleine Skoda zu den akustisch zurückhaltenden Vertretern seiner Gattung. Das Fahrwerk ist komfortabel ausgelegt und verschont die Insassen von unverhofft auftretenden Schlaglöchern oder Bodenwellen. Die Lenkung ist präzise, die Bremsen verzögern bestens, so dass der kleine Epiq bei Bedarf durchaus dynamische Eigenschaften entwickelt. Die Assistenzsysteme sorgen zudem unaufgeregt für die Sicherheit. Skoda rüstet den Epiq mit Systemen aus, die sonst in höheren Fahrzeugsegmenten üblich sind. Dazu gehören unter anderem Front- und Side- Assist, Verkehrszeichenerkennung und Spurhalter. Gegen Aufpreis sind so feine digitale Helfer wie der Travel Assist 3.0, die 360-Grad-Umgebungskamera und der intelligente Parkassistent geordert werden.

Bei den Skoda-Händlern stehen zwei Ausstattungsversionen: Essence und Selection, wobei die Variante Essence durch die Pakete Komfort, Technik und Travel aufgewertet werden kann. Für die Freunde einer exklusiven Ausgabe des Epiq bietet Skoda die sogenannte First Edition (38.950 Euro) an, die mit besonderen Designelementen ausgestattet ist. (aum)

Daten Skoda Epiq 55

Länge x Breite x Höhe (m): 4,17 x 1,79 x 1,58
Radstand (m): 2,60
Antrieb: Elektro, FWD
Gesamtleistung: 99 kW / 135 PS
Max. Drehmoment: 290 Nm
Höchstgeschwindigkeit: 160 km/h
Beschleunigung 0 auf 100 km/h: 7,4 Sek.
WLTP-Reichweite: 440 km
Durchschnittsverbrauch: 13,7 kWh
CO2-Emissionen: 0 g/km
Leergewicht / Zuladung: min. 1542 kg / k.A.
Preis: 32.100 Euro

Veröffentlicht am 14.09.2026

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