Im Rückspiegel: Der erste Große Preis von Deutschland
Bereits 1913, also lange vor dem ersten Rennen, wurde mit dem Bau der „Automobil-Verkehrs- und Übungsstraße“ (Avus) im Südwesten Berlins begonnen. Doch der Plan konnte erst nach den Wirren des Ersten Weltkriegs dank der finanziellen Unterstützung des Industriellen Hugo Stinnes vollendet werden. Die 1921 eröffnete Strecke war dann Europas erste ausschließlich für den Automobilverkehr vorgesehene Straße und bot mit ihren acht Kilometer langen Geraden sowie den beiden Wendeschleifen ideale Voraussetzungen für Geschwindigkeit und internationalen Rennsport.
Der Nürburgring befand sich 1926 noch im Bau und so organisierte der AvD am 11. Juli die Austragung des ersten Großen Preises von Deutschland in Berlin. Dabei musste der rund 19,6 Kilometer lange Kurs zwanzigmal umrundet werden. Regen, schwierige Streckenbedingungen und zahlreiche Ausfälle machten das Rennen zu einer besonderen Herausforderung. Den Sieg sicherte sich Rudolf Caracciola gemeinsam mit seinem Beifahrer Eugen Salzer. Caracciola legte damit den Grundstein für seine außergewöhnliche Karriere und wurde mit insgesamt sechs Erfolgen zum erfolgreichsten Fahrer in der Geschichte des Großen Preises von Deutschland. Sein Siegerfahrzeug war ein modifizierter Mercedes-Benz mit aufgeladenem Acht-Zylinder-Motor, der auf dem Grand-Prix-Wagen von 1924 basierte und für den Einsatz auf der Avus weiterentwickelt worden war.
Bereits ein Jahr später verlagerte der AvD den Großen Preis von Deutschland auf den neu eröffneten Nürburgring, der mit seinem anspruchsvollen Streckenverlauf bessere Voraussetzungen für internationale Rennen bot. In den folgenden Jahrzehnten wurde das Rennen zu einem festen Bestandteil des internationalen Motorsports. Nach einem ersten Rennen 1970 gastierte der Große Preis von Deutschland ab 1977 auch regelmäßig auf dem Hockenheimring. (aum)
Veröffentlicht am 07.07.2026
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