Sicher mit dem Oldtimer in die neue Saison
Bereits einige Tage vor der ersten Ausfahrt empfiehlt sich ein Blick auf die Batterie. Wurde sie im Winter regelmäßig geladen, sind kaum Probleme zu befürchten. Falls nicht, bleibt noch Zeit, das Ladegerät anzuschließen. Bleibt dabei der Spannungsaufbau aus, muss eine neue Batterie her.
Vor dem ersten Start des Motors rät die GTÜ zu einem Check der Flüssigkeiten. Zunächst sollten alle Leitungen geprüft werden: Haben sich irgendwo feuchte Stellen gebildet? Sind eventuell Schläuche porös geworden? Frische Flecken unter dem Fahrzeug weisen den Weg zu Undichtigkeiten – diese lassen sich besser lokalisieren, wenn der Wagen nach dem Winter noch nicht bewegt wurde.
Natürlich gehört die Ölstandskontrolle zum Pflichtprogramm. Wann wurde das Motoröl zuletzt gewechselt? Wer das Öl vor dem Winter erneuert hat, ist auf der sicheren Seite. Liegt der letzte Wechsel länger als ein oder zwei Jahre zurück, sollten Öl und Filter bald ausgetauscht werden. Das gilt unabhängig von den in diesem Zeitraum zurückgelegten Kilometern oder dem aktuellen Füllstand.
Auch die Pegelstände von Kühl- und Bremsflüssigkeit müssen vor der ersten Ausfahrt kontrolliert werden, sonst drohen Motorüberhitzung oder mangelnde Bremskraft. Manche Oldtimer verfügen nur über ein Einkreis-Bremssystem. Eine undichte Stelle kann hier sogar zum Totalausfall der Bremsen führen. Zudem sollte die Bremsflüssigkeit regelmäßig alle zwei Jahre gewechselt werden. Ein prüfender Blick sollte natürlich auch auf alle Licht- und Beleuchtungsanlagen gerichtet werden. Viele Oldtimer sind mit einem Saisonkennzeichen versehen – da kann schnell der Termin für die nächste Hauptuntersuchung in Vergessenheit geraten.
Die Reifen verdienen ebenfalls große Aufmerksamkeit. Zunächst wird der Druck geprüft und gegebenenfalls angepasst. Weil viele Klassiker vergleichsweise wenige Kilometer im Jahr zurücklegen, ist das Profil auch älterer Pneus häufig noch ausreichend. Doch Reifen altern durch Ozon, UV-Strahlung, Temperaturschwankungen oder lange Standzeiten. In der Folge härtet der Gummi aus, die Reifen haften schlechter – insbesondere bei Nässe. Auch der Bremsweg verlängert sich. Die GTÜ rät daher auch bei Old- und Youngtimern zu einem Austausch der Reifen nach sechs bis acht Jahren.
Nach dem gründlichen Blick auf die Technik und einigen Gedanken zur Bedienung eines Oldtimers kann es losgehen. Bei einer Probefahrt in gemächlichem Tempo zeigt sich rasch, ob die Technik funktioniert. Nach einigen Kilometern sollte sicherheitshalber noch einmal eine letzte Sichtprüfung aller Leitungen erfolgen und ein Blick unter das Auto geworfen werden, empfiehlt die GTÜ, bei der sich viele Prüfingenieure als Classic-Partner auf Old- und Youngtimer spezialisiert haben. Die Stuttgarter Prüf- und Sachverständigenorganisation hat zudem eine 122-seitige Broschüre „Ratgeber Klassiker“ herausgegeben, die bei den GTÜ-Prüfstellen erhältlich ist. (aum)
Veröffentlicht am 09.04.2026

