2026-09-01 09:16:00 Automobile

ZDK-Umfrage: Kfz-Gewerbe zwischen E-Schub und Kostendruck

Carzoom.de
Fotos: ZDK via Autoren-Union Mobilität

Eine Woche vor der Automechanika Frankfurt zeichnet eine Halbjahresumfrage des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) ein widersprüchliches Bild: Während die Nachfrage nach Elektroautos deutlich steigt, bleibt die wirtschaftliche Lage vieler Autohäuser und Werkstätten angespannt. An der Befragung nahmen knapp 400, überwiegend kleine und mittlere Betriebe teil.

44 Prozent bewerten ihre aktuelle Geschäftslage schlechter oder eher schlechter als zu Jahresbeginn. Nur 18 Prozent melden eine Verbesserung. Auch beim Umsatz überwiegt der Pessimismus: 45 Prozent erwarten eine Verschlechterung, 22 Prozent rechnen mit besseren Erlösen. Besonders der Fahrzeughandel leidet unter zurückhaltender Nachfrage, steigenden Kosten und knappen Margen.

Der ZDK hebt zugleich seine Prognose für batterieelektrische Pkw deutlich an. Für 2026 erwartet der Verband 817.000 BEV-Neuzulassungen – 109.000 mehr als zum Jahreswechsel prognostiziert und 272.000 mehr als 2025. Zusammen mit rund 366.000 Plug-in-Hybriden könnten nahezu 1,2 Millionen elektrifizierte Pkw neu auf die Straße kommen. Der Gesamtmarkt soll bei 2,95 Millionen Pkw liegen.

Vor allem private Käufer treiben die Entwicklung. Mehr als 370.000 BEV-Neuzulassungen erwartet der Verband in diesem Segment. Kaufprämie, breiteres Angebot und veränderte Kraftstoffpreise stützen die Nachfrage. „Der E-Auto-Markt gewinnt deutlich an Akzeptanz und Nachfrage“, sagt ZDK-Präsident Thomas Peckruhn. Entscheidend bleibe jedoch die Bezahlbarkeit beim Kauf und im Betrieb.

Stabilisierend wirkt das Werkstattgeschäft: 45 Prozent melden unveränderte Auftragslagen, 26 Prozent Verbesserungen. Reparatur, Wartung und Teilegeschäft bleiben damit wichtige Ertragssäulen, trotz anhaltenden Kosten- und Margendrucks. „Unsere Unternehmen stellen sich darauf ein“, sagt Thomas Peckruhn. „Dafür brauchen sie politische Rahmenbedingungen, die Investitionen ermöglichen, statt sie mit immer neuen Kosten und Vorgaben auszubremsen.“ (aum)

Veröffentlicht am 01.09.2026

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