2026-06-16 14:41:00 Automobile

125 Jahre Motorsport bei Skoda (15): Der Octavia WRC legte den Grundstein

Carzoom.de
Fotos: Autoren-Union Mobilität

1996 stellte Skoda die erste Generation des Octavia der Neuzeit vor. Die neue Baureihe markierte nach dem Felicia im Jahr 1994 einen weiteren wichtigen Schritt für den tschechischen Automobilhersteller. Nach den Erfolgen des Favorit im Weltcup für Fahrzeuge mit einer angetriebenen Achse, Saugmotor und einem Hubraum von weniger als zwei Litern (der sogenannten F2-Klasse) sowie den zahlreichen Siegen des Felicia Kit Car wollte das Motorsport-Werksteam aus Mladá Boleslav sein Können in der höchsten Klasse des internationalen Rallyesports unter Beweis stellen. Die Entscheidung des Weltautomobilverbandes (FIA), 1997 die WRC-Kategorie (World Rally Car) zu schaffen, kam für Skoda genau zum richtigen Zeitpunkt.

Im Gegensatz zu den bisherigen Vorschriften der Gruppe A konnten die Hersteller nun auch antreten, ohne speziell entwickelte Fahrzeuge mit Allradantrieb und Kompressoraufladung bauen zu müssen. Zudem waren für eine erfolgreiche Homologation keine limitierten Straßenversionen des jeweiligen Fahrzeugs mehr erforderlich. Das Rallyefahrzeug musste lediglich auf einem Serienmodell basieren. Dennoch standen Skoda beim Bau des Octavia WRC vor einer Reihe von Herausforderungen. Die einzige Erfahrung mit der Modifizierung des neuen Kompaktmodells stammte aus der Entwicklung des Octavia Kit Car mit Frontantrieb.

Der allradgetriebene Octavia WRC wurde von einem 2,0-Liter-Turbomotor mit Fünfventiltechnik angetrieben. Er leistete 300 PS. Das maximale Drehmoment betrug zunächst 500 Newtonmeter bei 3250 Umdrehungen in der Minute und stieg später auf 600 Nm an. Das Leergewicht des Fahrzeugs betrug 1230 Kilogramm, was dem in den Vorschriften festgelegten Minimum entsprach. Die Techniker begannen bereits 1998 mit den Tests der ersten Exemplare und hatten Schwierigkeiten, den ersten offiziellen Einsatz in der Rallye-Weltmeisterschaft zu terminieren. Stammfahrer war der erfahrene deutsche Rallyepilot Armin Schwarz, der damals als bester Testfahrer in der Rallyeszene galt. Seine Erfahrung und sein Gespür erwiesen sich bei der Feinabstimmung des Octavia WRC als entscheidend. Der zweite Fahrer war je nach Austragungsort der jeweiligen Rallye einer der beiden bewährten tschechischen Fahrer Pavel Sibera oder Emil Triner.

Sein Debüt gab der Skoda Octavia WRC 1999 bei der legendären Rallye Monte Carlo. Der Automobilhersteller nutzte die erste Saison, um weitere Anpassungen am Fahrzeug-Setup vorzunehmen und wertvolle Erfahrungen zu sammeln. Beim letzten Rennen der Saison, der britischen RAC-Rallye, verpasste der Belgier Bruno Thiry mit seinem vierten Platz in der Gesamtwertung nur knapp einen Podiumsplatz. Innerhalb nur einer Saison hatte sich der Octavia WRC von einem absoluten Neuling im Starterfeld zu einem ernstzunehmenden Konkurrenten entwickelt.

Im Laufe der Jahre haben mehrere Fahrer aus der internationalen Rallye-Elite den Skoda gefahren. Neben Armin Schwarz und den tschechischen Stars Pavel Sibera und Emil Triner gehörten auch Bruno Thiry, Luis Climent, Roman Kresta, Jan Kopecký, Gabriel Pozzo, Toni Gardemeister, Kenneth Eriksson, Didier Auriol, Mattias Kahle und Stig Blomqvist zum Fahrerfeld. Größter Erfolg war der dritte Platz von Armin Schwarz bei der Safari-Rallye 2001. Daneben errang der Octavia WRC viele Prüfungssiege und holte weitere Podiumsplätze. Vor allem aber legte er den Grundstein für die bis heute anhaltende Erfolgsserie des Fabia ab 2003. (aum)

Veröffentlicht am 16.06.2026

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