2026-06-21 14:46:00 Automobile

125 Jahre Motorsport bei Skoda (18): Vor elf Jahren begann ein neues Kapitel

Carzoom.de
Fotos: Skoda via Autoren-Union Mobilität

Unter dem Namen R5 wurde 2012 eine völlig neue Fahrzeugklasse für den weltweiten Rallyesport eingeführt. Sie ersetzte die Super-2000-Klasse und ist bis heute gültig, wenn auch inzwischen in Rally2 umbenannt. Auf Basis der dritten Generation des Fabia entwickelte Skoda dafür einen völlig neuen Rallyewagen, der 2015 vorgestellt wurde.

Die R5-Regeln sollten die Rallye-Fahrzeuge wieder näher an ihre Serienpendants heranzuführen sowie die Kosten für Entwicklung, Wettbewerb und Überarbeitungen senken. Grundlage waren völlig neue technische Vorschriften, die bis heute gelten. Anstelle des rein als Rennmotor konzipierten Zwei-Liter-Saugmotors der Super-2000-Klasse wurde ein seriennaher 1,6-Liter-Turbomotor zum Standard. Der Motor konnte von jedem Serienmodell abgeleitet werden. Skoda entschied sich für den Vierzylinder der in China verkauften Superb-Variante. Entsprechend der Klassenbegrenzung wurde dessen Hubraum auf 1620 Kubikzentimeter reduziert. Um die Motorleistung der verschiedenen R5-Modelle anzugleichen, wurde ein von der FIA zugelassener Luftmengenbegrenzer vorgeschrieben. Der Motor des Fabia R5/Rally2 wurde seit 2015 in mehreren Schritten weiterentwickelt. In seiner aktuellen Version leistet er rund 290 PS (214 kW) bei einem maximalen Drehmoment von 425 Newtonmetern.

In der R5/Rally2-Klasse sind die meisten Komponenten des Allradantriebs serienmäßig. Wie bei allen Mitbewerbern verfügt auch der Antriebsstrang der Rallye-Version des Skoda Fabia über ein Getriebe mit fünf Vorwärtsgängen und kein Mitteldifferenzial. Das sequenzielle Schaltgetriebe wurde speziell für den Rennsport entwickelt. Andere technische Komponenten hingegen müssen auf frei erhältlichen und daher vergleichsweise kostengünstigen Serienteilen basieren, darunter beispielsweise die Bremsanlage, der Turbolader und der Ladeluftkühler.

Den Herstellern wurde jedoch Spielraum für Verbesserungen eingeräumt. Skoda Motorsport nutzte diese Freiheit im Jahr 2019, um das Auto zum Fabia R5 evo weiterzuentwickeln. Die Veränderungen betrafen unter anderem den Motor, das Fahrwerk, die Differentiale vorne und hinten. Nach einer Änderung der Nomenklatur durch die FIA wurde der R5 evo in Fabia Rally2 evo umbenannt. 2020 und 2021 folgten weitere Entwicklungsmaßnahmen, bevor 2022 die neue Fabia-Generation auf den Markt kam.

Der Skoda Fabia R5, der im Frühjahr 2015 in Portugal sein Weltmeisterschaftsdebüt feierte, knüpfte an die Erfolgsgeschichte seines Vorgängers an. Die Werksfahrer gewannen die WRC2- und WRC2-Pro-Klassen der Rallye-Weltmeisterschaft in den Jahren 2016 (Esapekka Lappi/FIN), 2017 (Pontus Tidemand/SWE), 2018 (Jan Kopecký/CZE) und 2019 (Kalle Rovanperä/FIN).

Der Rallye-Fabia gehörte in seinen verschiedenen Entwicklungsstufen auch in den Händen privater Fahrer und Teams zu den erfolgreichsten und beliebtesten Fahrzeugen seiner Kategorie. Kunden von Skoda Motorsport haben seit 2015 über 3300 Rallyes gewonnen, darunter auch mit dem aktuellen Fabia RS Rally2 und sich zahlreiche Titel in den Kategorien WRC2 und WRC3 der FIA Rallye-Weltmeisterschaft gesichert. Zudem gewannen sie die Rallye-Meisterschaften Asien-Pazifik (APRC), Südamerika (CODASUR) und Afrika (ARC) sowie mehr als 100 nationale Meisterschaften. In der WRC-Saison 2021 wurde der Norweger Andreas Mikkelsen im von Skoda Motorsport unterstützten Team Toksport WRC2-Weltmeister und holte sich zudem den Titel des Rallye-Europameisters. Darüber hinaus gingen erneut rund zwei Dutzend nationale und regionale Meisterschaften an Fahrer und Teams, die auf den Škoda Fabia Rally2 evo vertrauten.

Als 2022 der aktuelle Fabia RS Rally2 vorgestellt wurde, hatte Skoda bereits mehr als 460 Fabia Rally2 und Rally2 evo verkauft. (aum)

(Damit endet unsere Serie über 125 Jahre Moorsport bei Skoda)

Veröffentlicht am 21.06.2026

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