125 Jahre Motorsport bei Skoda (8): Eine Familienlimousine auf der Rallyepiste
Der 1000 MB startete zunächst in den Klassen A1 und A2, doch seine goldene Ära im Rallyesport begann 1966, als die neuen Regeln der FIA in Kraft traten. Zu diesem Zeitpunkt wurde die B3-Kategorie (auch bekannt als GT-Klasse) abgeschafft und durch eine neue, weniger strenge Klasse B, Gruppe 5, ersetzt. Der Vorteil für die Hersteller bestand darin, dass grundlegendere Änderungen möglich waren, die nicht nur die Aufhängung, das Getriebe und die Lenkung betrafen, sondern auch eine Änderung des Hubraums ermöglichten. Dadurch wurden die Wettbewerbsfahrzeuge auch zu einer Art rollendem Testlabor.
Der erste 1000 MB B5, der 1966 vorgestellt wurde, nutzte weiterhin den 1,0-Liter-Saugmotor, der dank zweier Vergaser, schärferer Nockenwellen, einem speziell entwickelten Ansaugkrümmer und größeren Einlassventilen eine Spitzenleistung von 75 PS bei 6500 Umdrehungen in der Minute erzielte. Das maximale Drehmoment von 88 Newtonmeter lag bei 5.000 U/min an. Mit diesen Modifikationen beschleunigte die erste Rennausführung des 1000 MB B5 in 14,2 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h. Auf einer ausreichend langen Geraden erreichte er 160 km/h. Im Herbst 1967 rollten weitere Versionen des MB aus der Motorsportwerkstatt von Skoda.
Das Team um Václav Bobek sr. und Miroslav Fousek setzte ein Fahrzeug ein, das von einem aus einem Formel-3-Rennwagen (Skoda Typ 992) entlehnten Motor angetrieben wurde. Dieser basierte auf einer Serienbaugruppe, konnte aber beeindruckende 90 PS bei 8000 U/min liefern. Eine weitere bemerkenswerte Änderung war die Verlegung des Kühlers vom Motorraum an die Frontverkleidung, wo auch ein Ölkühler angebracht wurde. Vladimír Krcek und Milan Zid fuhren einen anderen B5. Kühler und Lüfter blieben im Heck, doch unter der Motorhaube tauchten zwei Ölkühler auf. Der überarbeitete Vierzylinder leistete 85 PS bei ebenfalls 8000 Touren. Damit gelang es dem Team, beim Sechs-Stunden-Rennen auf der Rennstrecke von Brünn im Jahr 1967, zwei weitaus leistungsstärkere Tatra 603 T2 B5 mit V8-Motoren zu schlagen.
Vor der Einführung der neuen B6-Rennwagen mit deutlich größeren Prototyp-Motoren erzielten die B5-Modelle ihre größten Erfolge in der Saison 1968. Der Hubraum ihrer Vierzylindermotoren wurde auf 1143 bzw. 1150 Kubikzentimeter erhöht. In der leistungsstärksten Ausführung konnten sie dank eines höheren Verdichtungsverhältnisses, eines modifizierten Ansaugkrümmers, neuer Auspuffanlage und eines Acht-Ventil-Zylinderkopfs sowie vor allem zweier Weber-Vergaser bis zu 97 PS bei 7500 U/min mobilisieren. (aum)
Veröffentlicht am 07.06.2026
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